(in Bearbeitung) Die Aromatherapie arbeitet mit den Prinzipien der Naturheilverfahren. Sie hat dadurch den ganzheitlichen Ansatz, daher kann diese Therapieform Körper, Emotionen und Psyche sowie den Geist (im spirituellen Sinne) unterstützen.
Seriöse Praktiker erkennen ernsthafte Erkrankungen und weisen den betroffenen Patienten an, eine ärztliche Fachstelle aufzusuchen.
Nachfolgend eine nicht abschliessende Aufstellung an Problemfeldern, bei denen Aromatherapie helfen kann:
- Stress, Nervosität, Nervenschwäche, Burnout - Konzentrationsschwäche - Atemwegsbeschwerden - Schmerzen (Menstruation, Muskeln, Migräne etc.) - Depressionen, soziale Ängste - Nervöse Hautausschläge, Hautprobleme (Akne, Psoriasis etc.) - Beschwerden im Klimakterium - Emotionale Blockaden, Schocksituationen - Entzündungen, Übelkeit, Magen-Darm-Störungen - Sonstige körperliche Schwächezustände
Die psychologische Aromatherapie (Osmologie) leistet zudem Standorterkennung der gegenwärtigen Lebenssituation und hilft besonders bei Ängsten und in der Krisenbewältigung. ÄTHERISCHE ÖLE
Pflanzen bilden an verschiedenen Stellen aromatische Substanzen aus, z.B. in Blättern, Rinden, Wurzeln oder Blüten. Diese Substanzen sind Stoffwechselprodukte des pflanzlichen Organismus.
Die Pflanze kommuniziert mittels Düften mit ihrer Umwelt. Durch ihre Anpassung über Jahrtausende hat sie die Duftkomposition gefunden, mittels derer sie sich gegen ihre Frassfeinde zur Wehr setzt. Dies tut sie, indem sie einen Duft verströmt, der die Feinde ihrer Feinde anlockt. Auch die Bestäubung und damit die Fortpflanzung wird bei vielen Pflanzenarten durch diese Lockstoffe sichergestellt. Bestimmte Pflanzenspezies, z.B. der Thymian, bilden chemische Stoffe (hier: Thymol) aus, die ihre Gattung resistenter gegenüber ihrer Umwelt machen. Phenole als chemische Verbindungen haben daher den typischen beissenden und brenzligen Angeruch. Manche Pflanzenarten (meist Lippenblütler) bilden in ihrer eigenen Gattung verschiedene Arten aus. Dies geschieht unter bestimmenden Umwelteinflüssen (je nach Menge an Wasser, Licht, Nahrung, Temperatur und Höhenlage). Man spricht hier vom Chemotypen.
Die meisten naturreinen ätherischen Öle werden durch die Wasserdampfdestillation (WDD) gewonnen. Dabei wird Dampf im Alambic (Kessel) unter Druck gesetzt, wobei er das Pflanzenmaterial durchdringt. Die ätherischen Essenzen werden dabei gelöst und in den Wassertröpfchen gefangen. Nach der Abkühlung durch den Serpent (Kühlschlange) wird das Destillat in eine Flasche abgefüllt. Das Destillat besteht dann aus einem Wasser- und einem Ölanteil. Das ätherische Öl wird in einem weiteren Arbeitsgang durch Abfiltern gewonnen.
Ein HYDROLAT ist das Gemisch, das beim Destillervorgang als erstes gewonnen wird. D.h. es besteht aus einem Wasser- und einem Ölanteil. Um das ätherische Öl daraus abzuschöpfen, lässt man das Destillat eine zeitlang stehen, bis sich Öl und Wasser scheiden. Nach Abschöpfen des Öls bleibt das eigentliche Hydrolat übrig, das oft etwas anders riecht, als das gewonnene ätherische Öl. Die kanadische Autorin Suzanne Catty hat jahrelang empirische Forschung mit Hydrolaten betrieben. In ihrem Buch "Hydrosols - The next aromatherapy" beschreibt sie die Wirkungen von Hydrolaten bei der Einnahme. Sie hätten als potenzierte Substanzen ähnliche Wirkungsweisen wie homöopathische Produkte. Nach Catty entfalten Hydrosole deshalb andere Wirkungen als ätherische Öle, da sie die Stoffe der Pflanze in ihrer Gesamtheit besitzen (d.h. auch wasserlösliche Stoffe, im Gegensatz zu ätherischen Ölen). In der Aromatherapie werden nur speziell deklarierte ätherische Öle eingesetzt. Das Etikett ist entscheidend. Gewissenhafte Hersteller verbürgen sich für qualitativ hochstehende Öle durch die Kennzeichnung ihrer Produkte. Auf der Etikette sollte stehen:
- Botanischer lateinischer Name - "100% naturreines ätherisches Öl" - Herkunftsland - Extraktionsmethode (Wasserdampfdestillation, Kaltpressung, Extraktion) - Verwendeter Pflanzenteil - Bio Auszeichnung (wenn möglich immer Bio Öle verwenden) - Gefahrensymbole (X für reizend / F für leicht entzündlich) - Sicherheitssätze (z.B. ausser Reichweite von Kindern aufbewahren) - Anwendungserklärung (z.B. zur Raumbeduftung) - EG-Nummer / Lot Nr. / Verwenden bis (Datum)
Fehlen Gefahrensymbole, Sicherheitssätze und Nummern, entspricht die Produktauszeichung nicht den gegenwärtigen Gesetzen und halten der Überprüfung durch amtliche Kontrollstellen nicht Stand. Ätherische Öle fallen sowohl unter die Lebensmittel- als auch unter die Chemikalienverordnung.
Verantwortungsvoller Umgang mit ätherischen Ölen ist wichtig. Denn die Öle werden zur Inhalation, Massage, als Badeöle, zur Raumbeduftung, in Wickeln und in Frankreich auch als Tinkturen (also zur Einnahme) verwendet und wirken als kosmetische Mittel über die Haut direkt auf unseren Körper ein.
Ätherische Öle sind gute Helfer. Aber bei unkundiger Anwendung sind sie mit Risiken behaftet, denn es handelt sich um hochkonzentrierte Substanzen. Man muss sich vorstellen, dass man für 1kg Rosenöl ca. 5000kg Rosenblüten benötigt! Daher sind ätherische Öle IMMER verdünnt anzuwenden (in Basisöl für Massagen oder in Wasser für die Raumbeduftung). Es ist auf jeden Fall empfehlenswert, sich vor Anwenden eines Öls durch den Fachhandel oder Therapeuten beraten zu lassen. Einige ätherische Öle können für Epileptiker, Schwangere, Kinder oder für Personen mit anfälligen Organen ungeeignet oder sogar lebensgefährlich sein.
In der Industrie werden ätherische Öle zur Parfümierung und Aromatisierung von allerlei Produkten eingesetzt. Hauptsächlich natürlich im Nahrungsmittelbereich und in der Kosmetik. Der Anteil an ätherischen Ölen in diesen Produkten bewegt sich jedoch im Prozent- oder sogar Promillebereich.
Im Gesundheitsbereich werden ätherische Öle mittlerweile nicht nur allein von Aromatherapeuten verwendet. Auch im Spitalbereich, d.h. bei der Geburtsvorbereitung und unterstützend im Geburtsvorgang sowie in der Säuglings- und Alterspflege, werden ätherische Öle eingesetzt.
Es ist wichtig zu wissen, dass ätherische Öle ganz bestimmte Qualitäten aufweisen müssen, um unsere Gesundheit zu unterstützen. Was oft unterschätzt wird und Auswirkungen haben kann, insbesondere für Allergiker. Viele synthethische Duftstoffe können schädliche Einwirkungen auf die Gesundheit haben und zwar z.T. allein durch ihre Dufteinwirkung, d.h. Rezeption über die Nase (siehe Artikel unter "Links"). Leider wird dies noch immer zu wenig thematisiert in der Kosmetikbranche. Die Wirkungen sind vielfältig und mittlerweile auch durch wissenschaftliche, sprich medizinische Studien belegt. Eine neue Welle des Interessens über Wirkungsweisen der ätherischen Öle hat die Fachwelt erfasst. Was im Ayurveda schon längst praktiziert und bekannt ist, findet nun mehr und mehr Eingang in die westlichen Breitengrade.
Ätherische Öle sind komplexe Substanzen, die eine Vielzahl an chemischen Stoffen enthalten. Obwohl das Wirkungspotenzial insgesamt erkennbar ist, weiss man bis heute bei manchen Ölen nicht genau, welche chemischen Stoffe genau ihre Wirkungsweisen entfalten und wie. Das einzelne Öl ist zudem je nach Anpflanzungsmethode, Jahresverlauf, Ernte und schliesslich Extraktionsmethode in seiner chemischen Ausprägung immer ein wenig anders. Was bedeutet, dass sogar Öle der gleichen Spezies (z.B. Teebaum) variieren können. Da die natürlichen Feinde der Pflanze, die Schädlinge, ebenfalls der stetigen Evolution unterliegen, d.h. mutieren, macht die Anpassung auch Sinn.
Es ist daher immens wichtig, auf die genannten Faktoren (v.a. Anpflanzungsmethode, Extraktionsmethode, Herkunft) zu achten. Dies gilt nicht nur bei der Herstellung der Öle, sondern auch beim Kaufentscheid!
Ätherische Öle wirken als Gemisch wiederum anders als einzeln verabreicht. Sie können synergistisch wirken, d.h. die Wirkung einer Komponente wird durch das Zusammenspiel mit anderen verstärkt.
In der AROMAPFLEGE eingesetzt verhelfen ätherische Öle zum Stressabbau, besseren Durchblutung, Beruhigung oder Anregung. Sie unterstützen den Organismus in seiner Immunabwehr und helfen bei Schmerzen.
In der psychologischen Aromatherapie wird vor allem emotional gearbeitet. Da die ätherischen Öle beim Einatmen die Hirnregion stimuliert, die als Sitz der Erinnerung und der Gefühle angesehen wird (limbisches System, Amygdala), lösen sie entsprechende Reaktionen aus. Das heisst, eine Erinnerung und/oder damit verbundene Emotion kann durch eine Duftkomposition auch noch nach Jahren abgerufen werden. Wissen Sie noch, wie es damals bei der Grossmutter daheim roch? Oder wonach der Sommer riecht? Welche Erinnerungen kommen ihnen dabei?
ABSOLUES sind das Ergebnis eines heutzutage meistenteils chemischen Extraktionsverfahrens. Dabei wird dem Pflanzenmaterial bspw. Hexan zugeführt. Der Vorgang entzieht dem Material schockartig die Duftstoffe. Weshalb wird dieses Verfahren der Wasserdampfdestillation (WDD) vorgezogen? Nicht jede Pflanze gibt ihre Duftstoffe durch Destillation her oder die Ausbeute durch WDD ist zu gering. Diese Verfahrensweise hat Einfluss bei der Anwendung, weshalb Absolues nur für die psychologische Aromatherapie (Osmologie) eingesetzt werden sollten (unter therapeutischer Aufsicht). Absolues finden in der Parfümindustrie grosse Vewendung, da ihr Duft sehr intensiv ist.
RESINOIDE
Ähnlich wie die Absolues werden Resinoide (Resin: Naturharze) mittels chemischer Extraktion gewonnen. Die Harzklumpen werden in einem Lösungsmittel (meist Alkohol) verflüssigt. Resinoide können noch Rückstände der Extraktionsmittel enthalten. Daher sollten Resinoide ebenfalls nur durch Aromatherapeuten empfohlen und angewendet werden.
In alten Zeiten beherrschte man nebst der WDD die Kunst der ENFLEURAGE und MAZERATION. Vor allem in der "Geburtsstadt der Düfte", in Grasse (Frankreich), wurden diese Extraktionsmethoden angewendet.
Bei der ENFLEURAGE werden die frisch geernteten Blüten auf eine mit Rinder- oder Schweinefett bestrichene Glasplatte eingedrückt. Die Rahmen werden aufeinandergestapelt und ruhen eine Zeit lang (ca. 3 Monate). Das Fett entzieht dabei den Blüten die Duftstoffe (man nennt die Substanz Pomade). Die Blüten werden während dieser Ruhezeit kontinuierlich von Hand durch frische ersetzt, was sehr arbeitsintensiv ist. Sobald das Fett genügend Duftstoffe aufgenommen hat, wird es mit einem Lösungsmittel versetzt (meist Alkohol). Die Duftstoffkomponenten gehen in das Lösemittel über. Beim Verdampfen des Lösungsmittels bleibt das Absolue zurück.
Bei der MAZERATION wurden die Blüten in Trägeröle eingelegt und in Fässern an der Sonne gelagert und erhitzt. Die Duftstoffe gingen dabei in das Trägeröl über.
Die meisten Zitrusöle werden durch KALTPRESSUNG ihrer Schalen hergestellt (Zitrone, Orange, Bergamotte, Grapefruit, Mandarine usw). In der Fachsprache gelten die so gewonnenen Öle als "Essenzen".
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